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Blechbläser stehen im Gegensatz zu anderen Musikern zusätzlichen Schwierigkeiten gegenüber. Dies resultiert daraus, dass ein Blechbläser die Schwingungen zur Tonerzeugung mit seinem Körper selber produzieren muss. Die Trompete ist also sozusagen nur der Resonator, der die vom Körper erzeugten Schwingungen innerhalb seiner Rohre reflektiert bzw. verstärkt. Bei einer Gitarre z.B. werden die Schwingungen über die Seite erzeugt und der Korpus dient hier als Resonator.

Um konstante und reproduzierbare Schwingungen über den Körper zu erzeugen, welche für den gewünschten Ton, die gewünschte Lautstärke und das gewünschte Klangverhalten benötigt werden, müssen folgende Funktionen des Körpers richtig eingesetzt und somit durch den Trompeter kontrolliert werden:

Wenn alle Funktionen aufeinander abgestimmt sind, müssen die Schwingungen durch das richtige

optimal in den Resonator übertragen werden.

Die folgenden Ausführungen zu den o.g. genannten Punkten werden im allgemeinen gelehrt. Dass es dennoch Trompeter mit abweichenden Methoden gibt, sagt nicht unbedingt etwas über deren Spielqualität aus. So gibt es z.B. Trompeter, welche bewusst abweichende Atemmethoden benutzen. Ebenso gibt es Trompeter, die das Mundstück extrem hoch, tief oder seitlich ansetzen, weil es ihrem Individuum entspricht. Dennoch empfehle ich jedem Anfänger sich auf die allgemeinen Grundlagen zu konzentrieren und nicht, weil es anfänglich vielleicht leichter erscheint, extreme Abweichungen, wie z.B. das Einsetzen des Mundstückes ins Lippenrot, vorzunehmen.


Atmung

Eine elementare Grundvoraussetzung für das Trompetespielen ist die Beherrschung der Zwerchfellatmung (Bauchatmung). Da wir als Mensch in der Regel nicht dazu in der Lage sind, müssen wir dies durch regelmäßiges Üben einstudieren.
Das Zwerchfell trennt Brust- und Bauchraum. Beim Einatmen wird es angespannt und es flacht sich nach unten ab. Diese Bewegung führt zur vertikalen Erweiterung und damit einem Unterdruck in der Lunge. Da die Eingeweide (Magen, Darm, etc.) durch das nach unten gehende Zwerchfell weniger Platz haben, vergrößert sich der Bauchumfang. Bei dem Einatemvorgang muss der Bauch locker bleiben und darf nicht von zusätzlichen Muskelaktivitäten, wie z.B. das Anspannen der Bauchmuskulatur, begleitet werden. Bei diesem Vorgang darf sich nur der Bauch- aber nicht der Brustumfang weiten!
Beim Einatmen bewegt sich also die Bauchdecke nach außen und beim Ausatmen nach innen.
Die Frage, ob durch die Nase oder den Mund eingeatmet werden soll, kann damit beantwortet werden, dass es gesünder ist durch die Nase einzuatmen. Die Nase reinigt die Luft, bring sie auf eine optimale Temperatur und einen optimalen Feuchtigkeitsgehalt. Dies beansprucht jedoch mehr Zeit und ist daher nicht immer praktikabel. Wenn also genügend Zeit vorhanden ist, dann wird durch die Nase, ansonsten durch den Mund eingeatmet.
Nicht immer reicht das durch die Zwerchfellatmung erzeugte Lungenvolumen aus, so dass im zweiten Schritt die Brustatmung zur horizontalen Erweitung der Lunge herangezogen werden darf. Das Erreichen eines vollständigen Lungenvolumens geschieht also in zwei Schritten, bei der die Reihenfolge absolut zwingend ist:

  1. Zwerchfellatmung
  2. Brustatmung

Sollte also viel Luft benötigt werden, so sind beide Schritte anzuwenden, ansonsten nur Schritt eins.


Stütze

Über die Definition von Stütze gibt es immer wieder Meinungsverschiedenheiten, vor allen Dingen über das "wie man stützt" gibt es unterschiedliche Meinungen. Meine Definition lautet folgendermaßen:
Mit Stütze ist die Kontrolle über die  konstante Luftsäule  gemeint, welche für den jeweiligen Ton benötigt wird. Man kann das Stützen auch als "aktives Ausatmen" bezeichnen.
Dies geschieht aber nicht, wie in einigen Methoden nachzulesen, durch

  1. bewusstes kraftvolles  Anspannen der Bauchdecke und somit der Bauchmuskulatur um die Luft zu komprimieren. Dies hätte fatale Folgen: Beim kraftvolles Anspannen der Bauchmuskulatur wirkt eine schließende Kraft auf die  Stimmbänder. Im Extremfall führt dies zu einem Totalverschluss. Als Beispiel sei hier das Heben von großen Gewichten genannt.
  2. bewusstes herausdrücken der Bauchdecke um eine Balance der Luftsäule zu erhalten. Dies trägt nämlich einen Widerspruch in sich. Einerseits wandert beim Ausatmen das Zwerchfell nach oben und andererseits versucht man durch das Herausdrücken der Bauchdecke das Zwerchfell unten zu halten. Damit stehen zwei Muskelgruppen in Konkurrenz, was unweigerlich zu einer Verkrampfung führt.

Die Luft wird durch Punkt 1 u. 2  nicht mehr ungehindert in das Instrument fließen, weil der natürliche Atemfluss behindert wird. Wie ist es also richtig?

Beim Stützen wird das Zwerchfell in seinem natürlichen Bewegungsablauf nach oben von der Bauch-, Flanken- und Rückenmuskulatur unterstützt.  Aber nicht durch ein bewusstes Anspannen, sondern durch eine lockere Spannung, die sich automatisch beim Ausblasen der Luft gegen den Widerstand der Lippen ergibt. Dabei bewegt sich die Bauchdecke kontinuierlich nach innen. Wird der Punkt Atmung richtig angewandt, so denke ich, dass sich das Stützen ohne viel nachzudenken automatisch ergibt und somit auch zu keiner Verkrampfung führt.


Zungenposition

Die Zunge hat die Aufgabe

  1. den Luftdruck, welcher über die Stütze produziert wird zu verändern und
  2. den Luftstrom über den sog. Zungenstoß zu unterbrechen bzw. wieder freizugeben.

Der Luftdruck wird durch die Auf- und Abwärtsbewegung des hinteren Zungenrückens verändert. Je höher der Zungenrücken Richtung Gaumen geht, desto höherer ist auch der Luftdruck, denn der gleichen Menge Luft wird durch die Veränderung des Zungenrückens nach oben weniger Platz in der Mundhöhle zur Verfügung gestellt. Ein höherer Luftdruck erzeugt schnellere Schwingungen und begünstigt somit das Spielen von höheren Tönen.

Fast alle Blechbläser benutzen die Zunge intuitiv richtig. Eine intuitive Auf- und Abwärtsbewegung der Zunge bzw. des Zungenrückens kann man beim Pfeifen sehr gut beobachten.

 Das Unerbrechen des Luftstroms erfolgt in den meisten Fällen* durch die Zungenspitze, indem diese hinter die oberen Schneidezähne gelegt wird. Das Freigeben erfolgt durch die Artikulation der Konsonanten "d" bzw. "t", je nachdem mit welchem Härtegrad der Ton angestoßen werden soll. Damit die Zunge bzw. der hintere Zungenrücken nach der Artikulation der Konsonanten "d" oder "t" die richtige Position erhält und damit den richtigen Luftdruck erzeugt, werden die Vokale a ε e i, welche auch Kardinalvokale genannt werden, benutzt: a=geringer Luftdruck, i=hoher Luftdruck. Die Silben für den Zungenstoß lauten damit also "da", "dε", de und di bzw. "ta", "tε", te und ti.
Weitere Laute, welche für das Trompetespielen benutzt werden sind "ç" und "s". Diese verengen den Luftkanal zusätzlich horizontal und werden beim Spielen in sehr hohen Lagen verwendet.

*Eine andere Methode den Luftstrom zu unterbrechen besteht darin, den vorderen Zungenrücken an die obere Zahnreihe zu legen. Bei dieser Technik bleibt die Zungenspitze immer in der selben Position, nämlich locker hinter der unteren Zahnreihe fixiert. Die Artikulation erfolgt über den Laut "n" in Verbindung mit den o.g. Vokalen. Aus physikalischer Sicht ist diese Methode des Zungenstoßes effizienter und wird deshalb auch von vielen Trompetern benutzt.


Lippenspannung / Mimische Muskulatur

Die Lippen müssen dem Luftdruck eine angemessene Gegenkraft entgegensetzen. Je Höher der Luftdruck ist, umso höher muss auch der Gegendruck der Lippe sein, um in jeder Lage ein periodisches Öffnen und Schließen zu gewährleisten. Dies geschieht durch zusammenschieben der Lippen indem die Mundwinkel über den Mundringmuskel "nach innen" gedrückt werden. Viele Trompeter ziehen fälschlicherweise die Lippen auseinander. Dies hat den Nachteil, dass das Lippengewebe noch stärker belastet wird, da dies von keinerlei Muskelaktivität geschützt wird und somit empfindlicher ist. Dies führt unweigerlich zu vermehrtem Mundstückdruck. Weiterhin wird der Luftstrom durch ein Auseinanderziehen nicht mehr effizient in das Mundstück geleitet.


Ansetzen des Mundstückes

Beim Ansetzen des Mundstückes an die Lippe muss darauf geachtet werden, dass die Innenkante des Mundstückes an der oberen und unteren Stelle noch im weißen Bereich der Lippe ist. Vom Einsetzen ins Lippenrot ist wegen der labilen Oberflächenbeschaffenheit abzuraten. Vor allen Dingen besteht beim Einsetzen in das Oberlippenrot die Gefahr des Plazierens. Als Plazieren bezeichnet man die Verringerung der  schwingenden Fläche zur Veränderung der Tonhöhe nach oben. Bezüglich Flexibilität, Ausdauer, Intonation und Klang hat diese Methode gravierende Nachteile.
Beim Ansetzen des Mundstückes sollten die Lippen geschlossen sein, indem diese leicht aufeinander gelegt werden (nicht pressen). Der Unterkiefer wird soweit geöffnet, dass zwischen den beiden Zahnreihen in etwa soviel Abstand entsteht, dass der Zeigefinger dazwischen passt.
Weiterhin sollte der Luftstrom gerade, d.h. in einem Winkel von 90 Grad zur Lippe in das Mundstück geleitet werden. Ein Überlappen der Oberlippe über die Unterlippe und umgekehrt ist zu vermeiden. Um ein Überlappen der Oberlippe zu vermeiden, kann der Unterkiefer ein wenig nach vorne geschoben werden. Welchen Anteil die Ober- bzw. Unterlippe innerhalb des Mundstückes haben sollte, darüber gibt es verschiedene Ansichten. Ich denke, dass dies sehr individuell ist und es hier keine Regel gibt - Hauptsache ist, dass die Innenkante des Mundstückes nicht in das  Lippenrot eingesetzt wird!